1. Welche Art von Trocknung ist möglich?

2. Welche Temperatur ist nötig?

3. Welche Kapazität ist nötig?

4. Welche Vakuumpumpe ist nötig?

5. Welche Optionen stehen noch zur Auswahl?



1. Welche Art von Trocknung ist möglich?

· Trocknung in Rundkolben, Weithals-Filterverschlußflschen oder Ampullen außerhalb der Anlage an
einzeln absperrbaren Gummiventilen.
o Vorteil: Günstigste und einfachste Variante der Gefriertrocknung. Verschiedene Produkte
können nacheinander an die Anlage angeschlossen und abgenommen werden, ohne dabei
die Trocknung der anderen Produkte zu unterbrechen.
o Nachteil: Ungenaue Art zu trocknen. Keine reproduzierbaren Ergebnisse. Produkt muß
separat vorgefroren werden.
· Trocknung auf unbeheizten Stellflächen in einem Plexiglasaufsatz außerhalb des
Kondensatorraums.
o Vorteil: Ebenfalls eine günstige Variante der Gefriertrocknung. Gefäße aller Art können auf
die Stellfläche gestellt werden.  
o Nachteil: Ungenaue Art zu trocknen. Keine reproduzierbaren Ergebnisse. Langsame
Trocknung, da keine Energiezufuhr. Produkt muß separat vorgefroren werden. Teilweise sehr
unbequeme Handhabung durch Art der Beladung und Aufsetzen des Plexiglasaufsatzes.
· Trocknung auf elektrisch beheizten Stellflächen in einem Plexiglasaufsatz außerhalb des
Kondensatorraums
o Vorteil: Gefäße aller Art können auf die Stellfläche gestellt werden.  Durch integrierte Heizung
kann Energie in Form von Wärme zugeführt und die Trocknung dadurch beschleunigt 
werden.
o Nachteil: Ungenaue Art zu trocknen. Keine reproduzierbaren Ergebnisse. Produkt muß
separat vorgefroren werden.

· Trocknung auf elektrisch beheizbaren Stellflächen im Kondensatorraum. - Hierbei kann das Produkt
bei ca. -35°C oder -50°C eingefroren und sehr schonend auch bei niedrigeren Temperaturen
getrocknet werden.  Die Stellflächentemperatur läßt sich in einem Bereich von -35°C bis +50°C bzw.
-50°C bis +50°C regeln. Es stehen hierbei zwei Möglichkeiten zur Auswahl
o Trocknung im vertikal angeordneten Kondensatorraum: Das Produkt wird hierbei komplett mit
dem Einsatzkorb und den Stellflächen von oben in die Anlage gegeben.
- Vorteil: Günstigste Variante der schonenden Trocknung mit Möglichkeit zum
Vorgefrieren des Produktes.
- Nachteil: Nur verhältnismäßig geringe Stellflächenkapazitäten möglich.
o Trocknung in einem horizontal angeordneten Kondensatorraum mit elektrisch beheizbaren
Stellflächen.
- Vorteil: Bequeme Beladung der Stellflächen von vorne. Größere
Stellflächenkapazitäten möglich. Gute Möglickeit, das Produkt während der Trocknung
durch eine Plexiglastür zu beobachten.
- Nachteil: Größere Ausmaße der Anlage.

· Schonendste Trocknung auf temperierbaren Stellflächen. Diese können im Regelfall  mir Hilfe von
Silikonöl in einem Bereich von -40°C bis +40°C bzw. auf Anfrage auch -60°C bis +60°C sehr genau
geregelt werden. Dies ist besonders gut für die Arbeit mit temperaturempfindlichen Proben geeignet.
Vorteil: Schonendste Trocknung. Reproduzierbare Ergebnisse. Genaue Steuerung des
Trockenprozesses mit Einfrierphase, Haupt- und Nachtrocknung. Überaus gleichmäßige
Stellflächentemperaturen.

Anmerkung: Für die Trocknung von Fläschchen auf Stellflächen ermöglicht eine optionale
Verschlußvorrichtungsoption das Verschließen der Gefäße unter Vakuum oder Inertags am Ende der
Trocknung.

2. Welche Temperatur ist nötig?

· Kondensatoren mit einer Temperatur von -50°C: Geeignet für allgemeine Trocknungsarbeiten mit
wässrigen Proben.
· Kondensatoren mit einer Temperatur von -80°C: Geeignet für Proben mit einem niedrigeren
eutektischen Punkt, wie z. B. lösungsmittelhaltige Produkte.


3. Welche Kapazität ist nötig?

· Die benötigte Eisaufnahmekapazität des Kondensator ist abhängig von der Feuchtigkeitsmenge, die
im Produkt enthalten und innerhalb von 24h oder einem kompletten Lauf aufgenommen werden soll.
· Je größer der Kondensator desto geringer ist die Gefahr, daß die entzogene Feuchtigkeit nicht
vollständig in Eisform aufgefangen werden kann und in die Vakuumpumpe gesaugt wird. Hierbei
können schneller Schäden an der Vakuumpumpe entstehen.
· Zur Auswahl stehen Anlagen mit Gesamtkapazitäten von 1 bis 18 kg bzw. auf Wunsch auch bis 35kg


4. Welche Vakuumpumpe ist nötig?

· Für die meisten Anwendungszwecke ist eine herkömliche 2-stufige Drehschiebervakuumpumpe
geeignet. Bei chemischen Anwendungen mit aggressiven Lösungsmitteln kann es ratsam sein eine
Chemie-Hybridpumpe zu verwenden. Dies ist eine Drehschiebervakuumpumpe kombiniert mit einer
Membranpumpe. Die Membranpumpe zieht hierbei die aggressiven Dämpfe aus dem Vauumöl der
Drehschieberpumpe ab und und schützt diese.
· Grundsätzlich muß man sagen daß eine Vakuumpumpe in der Regel nie zu groß ist. Die benötigte
Saugleistung ergibt sich jedoch aus der Anwendung:
o Bei Trocknung im Kondensatorraum oder auf soletemperierten Stellflächen: Hierbei ist die
Saugleistung der Pumpe und damit die Evakuierungszeit nicht besonders besonders
produktrelevant, da die Stellflächen zu Beginn noch gekühlt sind und damit das Produkt auch
bei langsameren Evakuieren durchgefroren bleibt. Bei diesem Anwendungszweck kann man
sogar schon mit einer 3m³/h Pumpe arbeiten.
o Bei Trocknung auf Stellflächen in einem Plexiglasaufsatz ist es nötig eine stärkere
Vakuumpumpe zu verwenden. Je größer der Aufsatz, desto mehr Luft muß zu Beginn
abgesaugt werden. Da ein zu langsames Evakuieren schon dazu führen kann, daß das
Produkt auftaut, bevor die Trocknung beginnt.
o Bei Trocknung in Rundkolben oder Weithals-Filterverschlußflaschen an Gummiventilen: Bei
kleinen bis mittleren Laboranlagen mit einer maximalen Eiskapazität von bis zu 10 kg ist eine
Saugleistung von ca. 3 bis 8m³/h ausreichend. Bei größeren Anlagen mit einer Eiskapazität
von mehr als 10 kg ist es ratsam eine Pumpe mit einer Saugleistung von 8 bis 12m³/h zu
wählen.


5. Welche Optionen stehen noch zur Auswahl?

· Schutzvorhang aus PVC, der den Benutzer bei Trocknung in Rundkolben schützt

· Einfrierbad

· Produktschalen aus Edelstahl oder Aluminium

· Thermoblöcke aus Aluminium mit Bohrungen zur Aufnahme von Röhrchen oder Ampullen

· Programmierbare Steuerungen zur automatischen Regelung des Trockenprozesses bei
Verwendung von Stellflächentrocknung

· Asperrventil zur Bestimmung des Trocknungsendes bei Zwei-Kammersystemen

· Produktfühler zur Anzeige der Produkttemperatur

· Einrichtung zur Bestimmung des eutektischen Punktes




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